Geschichte

VERGANGENES

Das unter Denkmalschutz (Einzeldenkmal) stehende Gebäude wurde seinerzeit wie üblich als Einzelhaus eröffnet. Kleinere Reparaturmaßnahmen und erforderliche Sicherungsarbeiten haben kontinuierlich stattgefunden. Trotz der üblichen Umgestaltungswut, die nach dem zweiten Weltkrieg auf dem Territorium der ehemaligen DDR bei öffentlichen Gebäuden der Kaiserzeit einsetzte, ist der Weltspiegel von dieser Praxis verschont geblieben. Das konvex gestaltete Portal mit seinen Schmuckelementen aus Widderköpfen, Putten und hervorstehenden Fassadenverzierungen, vermittelt die herausragende Bedeutung des Gebäudes. Im Inneren ist das mit Rosémarmor gestaltete Jugendstiltreppenhaus besonders gut erhalten. Der Saal mit seiner wunderschönen vollständig blattvergoldeten Kassettendecke (überstrichen) und dem schwungvollen Rang zeugen von der aufkommenden, luxuriösen Ausstattung zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Der ursprünglich für 800 Zuschauer ausgelegte Saal ist noch zu UFA-Zeiten verkleinert worden, in dem der Reihenabstand vergrößert wurde. Gleichwohl ist mit 514 Plätzen eine sehr große Kapazität gegeben. Der Foyerbereich ist  durch eine eher schmucklose Gestaltung und Thekeneinrichtung der 50er Jahre geprägt. Insgesamt entspricht das gesamte Gebäude nicht den heutigen Erfordernissen.

Das im Oktober 1911 als Neubau in Betrieb genommene Filmtheater Weltspiegel unterliegt in seiner Gesamtheit dem Denkmalschutz. Die Denkmalschutzbehörde hat aus denkmalrechtlicher Sicht die Baukörpererweiterung als „erlaubnisfähig eingeschätzt“, da das Erscheinungsbild des Denkmals mit seiner dominanten Schaufassade am Haupteingang durch den geplanten Neubau nicht beeinträchtigt wird. Damit war der Weg frei für eine umfassende Sanierung und einen Erweiterungsbau nach denkmalschützerischen Aspekten.

Die Erhaltung bzw. Restauration konzentrierte sich vorrangig auf die Fassade, den Eingangsbereich, das östliche Jugendstiltreppenhaus und den Saal mit dem Schwerpunkt, sich dem Originalzustand größtmöglich zu nähern. Zusätzlich wurden rückgebaute Elemente wie z. B. die Empore mit dem Weltspiegelschriftzug neu errichtet oder wieder in ihren Urzustand zurückversetzt. Handwerkliches Können und Traditionen vereinen sich hier nahtlos.

 

AKTUELLES

Das Filmtheater Weltspiegel in Cottbus gilt heute als der älteste Kinozweckbau in Brandenburg.  Der letzte Betreiber, die UFA AG, die das Gebäude nach der Wende erworben hatte, stellte den Spielbetrieb im Mai 1998 ein. Zwischen 1998 und 2002 wurde der Weltspiegel lediglich für das jährlich im November stattfindende Cottbuser Filmfestival des jungen osteuropäischen Films genutzt. Seit 2004 befand sich das Grundstück sowie die Immobilie in neuen Händen und wurde aus seinem „Dornröschenschlaf“ wach geküsst... Die Hüllen am Hauptportal sind gefallen, die Fassade erstrahlt in neuem Glanz.

Ausgestattet mit modernster 3D Digitalprojektion und Satellitentechnik konnten nach der Ausbauphase Kinofilme, nationale und internationale Konzerte oder Events in Echtzeit im Weltspiegel wiedergegeben werden. Die multifunktionale Gestaltung der Saalebene mit einfahrbarer Podestierung zu einer waagerechten Echtholzparkettfläche bietet universelle Raumnutzungsvarianten für Galaabende, Kleinkunstaufführungen, Kongresse, Tanzabende – ein modernes Mehrgenerationenhaus ist entstanden. Den Anforderungen einer behindertengerechten Nutzung wurde mit einem Fahrstuhl und entsprechenden Sanitäreinrichtungen Rechnung getragen. Im Neubau gab es ab September weitere zwei Kinosäle mit je 83 Plätzen und als absolutes Highlight: die Dachterrasse als Lounge oder Ruhezone mit Blick in die Sterne. Die neue Filmbar im Erdgeschoss ist Treffpunkt für Kinogänger, Kaffeepause, Absacker-Freunde und lädt ein zum Schwätzen, Verweilen und sich auf Filme freuen.

Die angelegten Gastronomie-Einheiten im Haus bieten auch dem räumlich ungebundenen Weltspiegelbesucher einen freien Eintritt in die Kulturstätte und gewährleisten eine separate Nutzung aller Raumkonzepte. Die Kapazitäten betragen: großer Saal mit  Rang 514 Plätze, zwei kleine Säle je 83 Plätze, Restaurant im Erdgeschoss mit 40 Plätzen. Damit ist eine Gesamtsumme von 720 Plätzen gegeben.